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Unsere Informationen zum Thema

Schlafen und Schnarchen

Bildquelle: Unsplash

Angebote der Praxis

Grundlagen der Diagnostik schlafbezogener Atemstörungen sind unter Berücksichtigung der Tag-Nacht-Symptomatik das Anamnesegespräch sowie die Untersuchung der betroffenen Organe (v. a. Nase, Nebenhöhlen, Mund–Rachen mit Beurteilung der Kiefer sowie der Zähne, Zungengrund, Kehlkopf) und ggf. Allergiediagnostik.
  • Endoskopische Untersuchung des Atemtraktes (ggf. mit flexibler Endoskopie)
  • Untersuchung der Nasenatmung (ggf. Rhinomanometrie )
  • Respiratorische Polygraphie (nächtliche Messung zuhause, genauere Beschreibung s. u.)
  • Ambulantes Schlafapnoescreening ggf. als Vorbereitung für Kooperation mit  Schlaflaboren der Umgebung
  • Polygraphische CPAP-Kontrollen nach Anpassung
  • Beratung zu konservativen (z.B. Protrusionsschiene) und gegebenenfalls operativen Maßnahmen
  • Operative Nasenmuschel-Verkleinerung zur Nasenatmungs-Verbesserung
  • Anpassen von  sogenannten Schnarch-Schienen (Protrusions-Schienen)

Praktische Durchführung der Polygraphie

  • Abholen des Polygraphie- Gerätes: zum vereinbarten Termin vor der Diagnostiknacht weisen wir Sie in das Anlegen des Gerätes ein (über die Nacht bitte das Gerät über einem frischen Unterhemd tragen). Eine zusätzliche Anleitung liegt dem Gerät bei.
  • Am nächsten Morgen bitten wir Sie, pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt das Gerät zum Auslesen der Daten und zum erneuten Laden zurückzubringen. Bitte vergewissern Sie sich, dass das Gerät komplett ist, der nächste Patient wartet darauf.
  • Sie erhalten hier Ihre Kaution zurück.
  • Bitte rufen Sie in den darauffolgenden Tagen in unserer Praxis an, um bezüglich des Messergebnisses das weitere Vorgehen zu besprechen.
  • Anpassen von  sogenannten Schnarch-Schienen (Protrusions-Schienen)
Wir müssen an dieser Stelle schon darauf hinweisen, dass bei Feststellung eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms in Verbindung mit Tagesmüdigkeit eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit besteht. Sie dürfen nur im ausgeschlafenen, gegebenenfalls therapierten Zustand am Straßenverkehr teilnehmen.
Die Diagnostik und Therapie des Schnarchens und der damit verbundenen Beschwerden und Risiken sind inzwischen  zu einem eigenen Teilbereich der Medizin geworden. Man muss zwischen verschiedenen Arten von Schnarchen unterscheiden:
  • Dem harmlosen, jedoch für die familiäre Umgebung belastenden Schnarchen (Nasenschnarcher und/oder Gaumensegelschnarcher), welches Lautstärken bis bis knapp über 90 dB(A) erreichen kann.
  • Dem Schnarchen mit Atempausen, genannt auch (obstruktives) Schlaf-Apnoe-Syndrom.
Schnarchen ist damit nicht nur ein soziales Problem, sondern durch den Zusammenhang mit dem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom (d.h. Einengung der Atemwege) eine Gesundheitsstörung, die zur Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

Ca. 20% der Bevölkerung schnarchen regelmäßig, Tendenz steigend. Die Häufigkeit des Schnarchens nimmt mit dem Alter zu. In der Altersklasse 60-65 Jahren findet sich das Schnarchen am häufigsten.
In Deutschland gibt es mehr als 20 Mio. Menschen , die schnarchen. Über 200.000 leiden an obstruktiver Schlaf-Apnoe (Schlafen mit Schnarchen und  Atempausen), Männer häufiger als Frauen.

Das Schnarchen korreliert außerdem mit dem Gewicht. Während auch Normalgewichtige schnarchen, sind es ca. 45% der fettleibigen Menschen. Es besteht damit sowohl in Bezug auf das Alter als auch auf das Gewicht ein Zusammenhang mit dem Schnarchen bzw. der Schlaf-Apnoe.

Das Risiko für einen Schnarcher mit nächtlichen Atempausen, eine ischämische Herzerkrankung (Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße) zu entwickeln, z. B. einem Herzinfarkt zu erliegen oder Bluthochdruck zu entwickeln, ist signifikant höher als bei einem Nichtschnarcher.

Wie entsteht Schnarchen?

Im wachen Zustand ziehen sich die Muskeln so stark und ausreichend im Zungen-Mundboden-Rachenbereich zusammen, dass das Atemrohr offen gehalten wird.

Im Schlaf reduziert sich die Muskelspannung , d. h. der Bereich der oberen Atemwege, der nicht vom stabilen Gerüst wie Kehlkopf und Luftröhre offen gehalten wird, sondern durch Muskelzug gesichert wird, kann während der Einatmung zusammen fallen (Kollaps der oberen Luftwege). Der Rachen wird durch den Unterdruck zusammengezogen zum Teil auch ringförmig eingeengt, Kehldeckel und Zungengrund wandern nach hinten und verkleinern die Öffnung. Es entsteht ein Schnarchgeräusch.

Verlegungen der Atemwege führen über stärkere Druckschwankungen im Brustbereich zu höherer Belastung für Herz- und Kreislaufsystem und durch Sauerstoff-Untersättigung zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. Verstärkt wird Schnarchen durch Schlafmittel und Alkohol.
Messung Nasenatmung
Patientin beim Test der Nasenatmung

Diagnostik

Neben der Untersuchung der Luftwege von Nase bis zum Kehlkopf, ggf. mit Messung des Atemwegs-Widerstandes der Nase (Rhinomanometrie), ist die nächtliche Messung des Schnarchens und der Sauerstoffversorgung wichtig.

Diese respiratorische Polygrafie erfolgt mit einem Gerät, das ähnlich wie ein Langzeit-EKG abends angelegt wird und über Nacht  daheim („im eigenen Bett“) folgende Parameter misst:
  • Atmung
  • Lage des Körpers (Seiten-/Rücken- oder Bauch-Lage)
  • Lage des Körpers (Seiten-/Rücken- oder Bauch-Lage)
  • Schnarchgeräusche
  • Herzfrequenz
  • Atemabhängige Bewegung des Brustkorbes und des Bauches
  • Sauerstoffsättigung
  • Häufigkeit und Dauer von Atempausen (Apnoe) bzw. eingeschränkter Atmung (Hypopnoe).
Das Messgerät arbeitet lautlos und ist so groß wie ein Handy. Die Messung zuhause spiegelt die normale Schlafumgebung wider und kommt damit der täglichen Realität des Schlafes am nächsten.

Bei auffälligem Befund mit Atempausen bzw. deutlich eingeschränkter Atmung und Sauerstoffabfall während der Atempausen (Schlafapnoe) erfolgt die weitere Abklärung im Schlaflabor. Hier kooperieren wir mit verschiedenen Schlaflaboren.

Nach Versorgung mit einem nächtlichen Beatmungsgerät z.B. durch ein CPAP-/BIPAP-/APAP-Gerät erfolgt die anschließende Kontrolle polygraphisch ambulant erneut durch uns. Einmal jährliche Kontrollen werden empfohlen.

Therapie

Gewichtsabnahme ist allen therapeutischen Maßnahmen vorangestellt. Diese bestehen u. a. in einer verbesserten Schlafhygiene, um einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus zu erzielen. Auf Alkohol und Schlafmittel vor dem Schlafengehen sollte verzichtet werden. Das Kopfende des Bettes kann angehoben werden. Es kann versucht werden, auf der Seite zu liegen (zum Beispiel mit Rückenlage-Verhinderungsweste) . Ein weiches Kopfkissen sollte vermieden werden, um das Einsinken des Kopfes zu verhindern. Es wird empfohlen, im kühlen (16 bis 18 Grad), gut gelüfteten Raum auf relativ harter Matratze und mit nur einem Kissen zu schlafen. Auf Rauchen sollte verzichtet werden.

Prinzipiell besteht die Möglichkeit zu operativen Maßnahmen, hier beraten wir Sie gerne. Eine relativ neue operative Methode ist die Elektrostimulation des Zungennervs während der Nacht (Neurostimulation des Nervus hypoglossus).

Therapeutisch besteht die Möglichkeit, das Schnarchen zu verbessern, indem über Nacht der Unterkiefer durch Anpassen einer speziellen Schiene (Protrusionsschiene) über eine(n) spezialisierte(n) Zahnärzt*in nach vorne verlagert wird.

Die Therapie des Schlafapnoesyndroms kann mit Hilfe eines Beatmungsgerätes erfolgen: über einen Schlauch und eine Atemmaske (auf/an Nase und/oder Mund) wird dem Patienten kontinuierlich bzw. nach Bedarf Luft zugeführt. Der erhöhte Druck verhindert den Kollaps der oberen Luftwege und somit das Schnarchen mit Sauerstoffabfall während der Atempausen bzw. eingeschränkter Atmung. Angepasst und eingestellt werden diese Geräte im Schlaflabor, dafür sind ein bis zwei Nächte Aufenthalt notwendig.

Bei konsequenter Gerätenutzung bessern sich Tagesmüdigkeit und andere Folgen der Schlafapnoe rasch, als positive Begleiterscheinung verschwindet das Schnarchen.
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